Auszeichnung Falkner

Falkner dürfen sich nur besondere Menschen nennen. Ganz klar, es geht um eine verantwortungsvolle Aufgabe, die keiner mal ebenso auf die leichte Schulter nehmen kann. Der Umgang mit den wilden Tieren, das umfassende Wissen über die Vögel selbst und das Verhalten als Jäger bedarf einiger Prüfungen, einer ordentlichen Portion Ethik und jeder Menge Übung.

Falkner sind speziell ausgebildete Jäger

Die Arbeit mit einem abgerichteten Greifvogel ist eine faszinierende Art, sich mit der Natur verbunden zu fühlen und gleichzeitig beim Umgang mit den vertrauten Tieren Achtsamkeit mit Stetigkeit zu verknüpfen. Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, gibt es in Deutschland besondere rechtliche Voraussetzungen für einen Falkner.

Als Jäger durchläuft der angehende Falkner zunächst eine Jagdprüfung, bei der er unter Beweis stellen muss, dass er für die Jagd, also für das Hegen und Töten von Tieren, geeignet ist. Dazu gehört theoretische Kenntnis über zum Beispiel Tierverhalten, Ökologie und Ethik sowie praktische Fertigkeiten, zu denen unter anderem Schießübungen zählen. Mit dem Erhalt des Jagdscheines ist der Weg geebnet und der Lehrgang zum eigentlichen Falkner möglich.

 Falknerprüfung Bevor das Halten der einheimischen Beizvogelarten wie Habicht, Wanderfalke oder Steinadler erlaubt ist, sowie die Beizjagd mit ihnen, legt der angehende Falkner eine Prüfung ab. Dabei sind die vier Themen „Greifvogelkunde“, „Haltung, Pflege und Abtragen von Greifvögeln“, „Ausübung der Beizjagd“ und „Rechtsgrundlage der Falknerei“ ausschlaggebend.

Was tun Falkner heutzutage?

Im Mittelpunkt steht immer die artgerechte Haltung der Greifvögel, die nicht nur Trainingszeit und Unterbringung mit Tageslicht vorsieht, sondern auch deutlich einfordert, dass der Beutegreifer Möglichkeit zur Jagd hat und sein Besitzer ausreichend praktische Erfahrung im Umgang mit der Falknerei vorweisen kann.

In Deutschland sind drei einheimische Arten für die Haltung zugelassenen, es darf allerdings kein wildlebender Greifvögel aus der Natur eingefangen werden (selten gibt es hier Ausnahmen für den Habicht), das heißt für die Falkner ist die Nachzucht und das Aufziehen von Habicht, Wanderfalke und Steinadler ein spezielles Herzensanliegen.

Dann ist da natürlich das Trainieren und der tagtägliche Umgang mit dem eigenen Vogel. Das perfekt abgestimmte Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier findet unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten: zur Beizjagd selbst, zum Kartieren der Beutetiere, zum Schaufliegen, zum Ausbilden neuer Falkner, zur Sicherheit auf Flughäfen oder sogar zur Drohnenabwehr.

Ein wichtiger Punkt ist noch der Greifvogelschutz. Hier können beispielsweise Auswilderungsprojekte in Deutschland und Polen genannt werden, die den Bestand der wildlebenden Wanderfalken aufgebessert und zu einer Erholung der Populationsgröße beigetragen haben.

Die Vernetzung und der Austausch untereinander wird bei Falknern in Verbänden organisiert, die auch offen für interessierte „Nicht-Falkner“ und so einem breiten Publikum zugänglich sind.